Für die Erhaltung des Waldes wären die Deutschen zu erheblichen Opfern bereit: Nach einer Umfrage unter 500 Erwachsenen in Thüringen und Hessen würden sie dafür im Mittel 169 Mark pro Jahr bezahlen und zwischen 14 (Hessen) und 19 (Thüringen) Arbeitsstunden für Schutzmaßnahmen erbringen. Das ermittelten Soziologen um Heinrich Best von der Schiller-Universität Jena im Auftrag der Landesforstverwaltungen beider Bundesländer. Der Wald wird primär als Naturraum verstanden, weniger als Kulturgut. 60 Prozent der Interviewten gaben an, sich mehrmals pro Monat darin aufzuhalten. Hinter Erholungs- und ökologischen Aspekten tritt die ökonomische Funktion des Waldes weit zurück, bilanziert das Soziologenteam. Als Nahrungsquelle hat er in Thüringen für gut die Hälfte der Befragten Bedeutung, in Hessen dagegen nur für etwa ein Drittel.

Spektrum der Wissenschaft Mai 2000