Etwa 20 Reporter stolpern am Montagmorgen durch den dichten Wald bei Zernikow und beobachten, wie Revierförster Ulrich Koch und zwei seiner Waldarbeiter Bäume fällen. Den Grund für die Aktion aber können die Berichterstatter nicht erkennen. Nur aus der Luft und nur im Herbst und Frühjahr ist zu sehen, dass die 57 Lärchen mitten im uckermärkischen Kiefernwald in Form eines Hakenkreuzes stehen.

"Politisch ist es sicher richtig, dieses Zeitzeugnis zu vernichten", sagt Förster Koch, "aber dabei fallen leider auch Lärchen, die wir lieber stehen gelassen hätten." Die jetzt etwa 65-jährigen Bäume hätten bis zu 200 Jahre alt werden können. So lange wollte das brandenburgische Forstministerium nicht warten. "Das ist eine Prestigefrage für den Brandenburger Wald", sagt Sprecher Jens-Uwe Schade.

Swen Kästner, Pressemeldung, Dezember 2000