Kleine Pfade liefen unter den Ästen her, um Stämme herum, über Wurzeln hinweg; sie führten niemals geradeaus, sondern wichen, gewunden wie Nervenstränge, allen Hindernissen aus. Der Boden selbst war nicht trocken und fest, sondern feucht und federnd, ein Produkt des Zusammenwirkens lebendiger Dinge mit dem langen, langsamen Tod der Blätter und Bäume; und diesem fruchtbaren Friedhof entsprossen dreißig Meter hohe Bäume und winzige Pilze, die in Kreisen von anderthalb Zentimeter Durchmesser standen. Der Geruch, der in der Luft hing, war zart, vielfältig und süß. Der Blick konnte niemals weit schweifen, es sei denn, man schaute hinauf, durch die Äste, und sah die Sterne. Nichts war rein, trocken, dürr, gerade, einfach.

Ursula K. LeGuin: Das Wort für Welt ist Wald, 1972